Jörg M. Karaschewski

Flaggen von Kolonialgesellschaften und Reedereien

 

Diese Seite dürfte ich eigentlich gar nicht veröffentlichen. Die Quellenlage zu diesem Themenbereich ist extrem dünn, in der Regel ist man auf Sekundärquellen angewiesen. Wenn Sie weitere Infos zu diesem Bereich haben, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie mich daran teilhaben lassen. Diese Seite wird regelmäßig ergänzt und aktualisiert.

Man muss sich immer vor Augen halten, dass es sich um privatrechtliche Gesellschaften gehandelt hat, deren Symbolik nirgends in Form von Gesetzen oder Verordnungen geregelt wurden. In der Regel existieren keine Informationen zum Datum der Einführung, genauen Abmessungen oder auch Art der Nutzung. 

 

Deutsch Ostafrikanische-Gesellschaft

Wohl die bekannteste Flagge unter den Kolonialgesellschaften. Die D.-O.-A. G. ging hervor aus der am 28. März 1884 in Berlin von Dr. Peters und Graf Behr-Bandelin gegründeten "Gesellschaft für deutsche Kolonisation". Um der Gesellschaft eine juristische Form zu geben, schuf man eine Kommanditgesellschaft unter der Firma "Karl Peters u. Gen.". Am 7. Sept. 1885 beschloss das Direktorium die Kommanditgesellschaft in eine Aktiengesellschaft "Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft" (D.-O.-A. G.) umzuwandeln, da bei ihren mannigfachen Aufgaben und großen materiellen Bedürfnissen  die Form der Kommanditgesellschaft nicht mehr genügte.

Die Flagge zeigt die deutschen Farben schwarz, weiß und rot. In der linken Oberecke das Kreuz des Südens. Die Sterne sind fünfzackig. Nach dem Verlust der Schutzgebiete wurde diese Flagge ein Symbol für die gesamte Neokoloniale Bewegung in Deutschland. Unter den Nationalsozialisten wurden die Sterne geändert. Da Russen wie Amerikaner fünfzackige Sterne benutzten, sechszackige Sterne dem Davidstern glichen und Sterne mit mehr als sechs Zacken optisch nicht ansprechend waren, wurden vierzackige Sterne benutzt. (siehe Seite zum Neokolonialismus).

Die DOAG verfügte zudem über ein eigenes Wappen, das z.B. Paketmarken und Münzen schmückte. Nach meinem Kenntnisstand war dieses Wappen niemals in einer farbigen Variante zu sehen.

 

 

Deutsch Westafrikanische Gesellschaft

Deutsch - Westafrikanische Handels - Gesellschaft D. K. G. Hamburg. Gegründet am 20. November 1896 als GmbH, seit 1903 D. K. G.

Auch hier wieder die schwarz, weiß roten Reichsfarben als Basis für die Flaggengestaltung. Aufgrund verschiedener Abbildungen auf Zigarettenbildern wird oftmals davon ausgegangen, dass drei Varianten dieser Flagge existierten. Tatsächlich dürfte es sich dabei um Ungenauigkeiten bei den Zeichnungen handeln. 

 

 

 

 

Deutsch Neuguinea-Kompagnie

Die Deutsch Neuguinea-Kompagnie ist hervorgegangen aus einem Konsortium, das in den Jahren 1884-1885 Entdeckungsfahrten in Neuguinea machen ließ. Ein genaues Gründungsdatum konnte ich noch nicht ermitteln.

Zur Nutzung dieser Flagge liegt einer der seltenen zeitgenössischen Fotobelege vor.

 

 

Das Bild zeigt die einheimische Polizeitruppe. Rechts im Hintergrund ist die Flagge der Deutsch Neuguinea-Kompagnie zu sehen.

Auch diese Flagge ist die den deutschen Reichsfarben gestaltet,

 

 

Jaluit Gesellschaft

Die Jaluit Gesellschaft ist am 21. Dez. 1887 mit dem Sitz in Hamburg gegründet worden. Sie ist hervorgegangen aus der Deutschen Handelsund Plantagen-Gesellschaft der Südseeinseln zu Hamburg  und der Firma Robertson & Hernsheim, die beide ihre gesamten Interessen in den Marshall-, Guilbertinseln und Karolinen in die neugegründete Gesellschaft eingebracht haben.

Die erste Form der Flagge zeigt das Flaggengrundmuster der Firma Hernsheim, zwei weiße Buchstaben auf rotem Grund. 

 

Die etwas spätere Variante zeigt dann auch die Reichsfarben wie bei den übrigen Kolonialgesellschaften auch. Der Ball in der Mitte der Flagge soll die Weltkugel Symbolisieren.

 

 

 

 

 

Deutsche Handels- und Plantagengesellschaft der Südseeinseln zu Hamburg

Die Gesellschaft ist am 16. März 1878 gegründet worden. Sie ist hervorgegangen aus der Firma Joh. Ces. Godeffroy & Sohn zu Hamburg, die ihr gesamtes, unter der Firma "Faktorei von Joh. Ces. Godeffroy & Sohn" zu Apia auf Samoa betriebenes Geschäft nebst den ihr gehörigen Ländereien und Plantagen auf Samoa und anderen Südseeinseln eingebracht hat. Aus dieser Gesellschaft ist die Jaluit Gesellschaft hervorgegangen.

Auch hier die deutschen Reichsfarben als Grundmuster.

 

 

 

Hernsheim & Co.

Die Firma ist Mitbegründerin der Jaluit Gesellschaft und dürfte bei der erste Flagge der Jaluit Gesellschaft Pate gestanden haben.

 

 

 

 

 

 

 

Wird laufend erweitert.....

 

 

 

 

 

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